Ratgeber Tumorkachexie
Informationen für Betroffene und Angehörige
Tumorkachexie
Als Tumorkachexie bezeichnen Mediziner eine bestimmte Form von starker Abmagerung (Kachexie). Die Kachexie ist eine eigenständige Erkrankung, die u. a. als Komplikation im Verlauf von malignen Erkrankungen auftritt. Das Wort Kachexie stammt aus dem Griechischen. Es ist zusammengesetzt aus den Worten „kakos“ für „schlecht“ und „hexis“, das „Zustand“ bedeutet. Häufig wird auch der Begriff Auszehrung synonym verwendet.
Bei welchen Tumorarten ist Kachexie besonders häufig?
Rund 30 bis 90 % aller Krebspatienten leiden im Verlauf ihrer Erkrankung unter Mangelernährung. Insbesondere Menschen mit Tumoren des Magen-Darm-Trakts (v. a. in Bauchspeicheldrüse, Magen oder Speiseröhre) oder der Lunge sind von Tumorkachexie betroffen. Experten schätzen, dass es bei bis zu 85 % der Patienten mit gastrointestinalen Tumoren, d. h. bei bösartigen Neubildungen im Verdauungstrakt, im Verlauf der Erkrankung zur Ausbildung einer Kachexie kommt. Bei einer Lungenkrebserkrankung leiden rund 50 % der Patienten unter Kachexie. Im Krankheitsverlauf von Leukämien oder Brustkrebs hingegen ist Tumorkachexie eher selten zu beobachten.
In welchem Krankheitsstadium tritt Tumorkachexie auf?
Tumorkachexie kann in jedem Stadium der Krebserkrankung auftreten. Einen geringen Gewichtsverlust infolge von Appetitlosigkeit und frühem Sättigungsgefühl beklagen rund die Hälfte der Patienten mit Krebs meist bereits bevor die Diagnose gestellt wurde. Zur Ausprägung einer Tumorkachexie kommt es jedoch in den meisten Fällen in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung.